Anatomisch präzises Yoga mit Beate Willer und ihrem Team in Fürstenwalde an der Spree.

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Theoretisch ist alles ganz leicht. Emotionen kommen und gehen. Unruhe, Überforderung, Frust – alles ok., solange wir nicht drauf springen und aus der bloßen Empfindung Dramen kreieren. Auf unserem Yoga-Retreat sind Emotionen das Thema. Was Wolfgang und ich bei  der Themenwahl noch nicht ahnten. Unsere Reisegruppe bekommt die fetten Emotions-Brocken schon bei der Ankunft in Granada mitgeliefert.

Ein Dutzend Teilnehmer, gleich vier davon landen im idyllischen Lucia Yoga Center ohne ihr  Gepäck. Die Koffer sind weg. Die Mitarbeiter der Airline wissen nicht, wohin die Taschen geflogen sind. Da wo ihre Besitzer jetzt bei zwei Yoga-Einheiten am Tag ins Schwitzen kommen, sind sie jedenfalls nicht.

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Fehlende Socken, Schuhe und Schilddrüsen-Tabletten sorgen dafür, dass sofort eine wunderbare Vertrautheit entsteht. Es gibt (fast) nichts, was nicht freigiebig verborgt wird. Viele Einzelne sind gleich eine Einheit. Fürs Fremdeln bleibt keine Zeit, wenn Hilfe gefragt ist.
Die Koffer werden sich schnell anfinden, da sind sich alle sicher.

 

Stadtbummel in Granada, Besuch der Erleuchtungs-Stupa (siehe Reisebericht, Teil 3) die beeindruckende Alhambra (Foto 3), das idyllisch-abgelegene Retreat-Gelände inklusive bester Küche und täglich zwei Mal auf die Bedürfnisse der Gruppe abgestimmtes Yoga: Die Stimmung ist prima, der leichte Ganzkörper-Muskelkater gratis und der Mangel an Wechselklamotten zunächst zu verschmerzen.

Aber vier Tage, gefühlte vierzig Telefonate und einige intensive Yogaklassen später sind die Koffer immer noch verschollen. Jetzt wird wieder einmal klar, warum die Arbeit mit Emotionen so herausfordernd ist und viel Zeit braucht. Das Gefühl, ausgeliefert zu sein, nicht zu wissen, ob sich die persönlichen Dinge überhaupt jemals wieder anfinden, lässt sich nicht so einfach wegatmen. Und wieder gibt die Gemeinschaft Halt. Abends fahren einige Teilnehmer im Leihauto zum Flughafen. Sie kommen zwar ohne das Gepäck zurück. Aber das Gefühl nicht alleine zu sein, hilft trotzdem aus dem Tief heraus.

Dann stehen die Koffer plötzlich und unerwartet an der Rezeption. Gerade noch rechtzeitig. Morgen gehts nach Hause. Am Gepäckband können wir uns gleich wieder im Loslassen üben.