Anatomisch präzises Yoga mit Beate Willer und ihrem Team in Fürstenwalde an der Spree.

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Die vordere Kniescheibe ausgerichtet überm zweiten bis dritten Zeh. Das hintere Bein gut gestreckt. Vira II braucht u.a. Kraft, Hüftöffnung und einen geöffneten Brustkorb.

Dieser Held braucht weder Schutzhelm noch kugelsichere Weste. Denn Virabhadrasana II (auf Sanskrit: Krieger) zieht in eine liebevolle, zugewandte  Schlacht mit sich selbst. Er setzt seinen ganzen Mut dafür ein, sich besser kennenzulernen. Den wenigsten von uns ist das innere Gemurmel fremd: „Ich bin zu müde für Yoga. Heute bleibe ich lieber zu Hause.“ (Aus einem Tag Pause können schon mal mehrere Jahre der Yoga-Abstinenz werden…)
Oder: „Diese Haltung nervt. Das Brennen in meinem Oberschenkel-Muskel kann nicht gesund sein!“

Um solche Gewohnheits-Tendenzen zu durchschauen und nicht immer wieder das Gerangel mit ihnen zu verlieren, braucht es es einen fokussierten Geist, eine stabile Basis und eine starke Mitte. Es ist also kein Zufall, dass Virabhadrasana II eine der ersten Haltungen ist, die wir im Yoga lernen.

Der Krieger II gehört zu den wichtigsten Standpositionen im Yoga. Für die meisten Beginner ist die Haltung eine echte Herausforderung. Der Grund ist nicht nur die Koordination von Ober- und Unterkörper.

Hier lernt die Hüfte, sich zu öffnen und die vordere Oberschenkel-Muskulatur die Fähigkeit zur Außenrotation. Das hintere Bein benötigt eine gute muskuläre Streckung und beide Füße sind auf ihren vier Belastungspunkten stabil geerdet.

Darüber hinaus ist der untere Rücken nur dann geschützt, wenn die tiefe Bauchmuskulatur im Schambeinbereich leicht anspannen und so die Verlängerung des unteren Rückens gewährleisten kann.

Weiterhin im Fokus: ein geöffneter Brustkorb mit integrierten unteren Rippen auf der Vorderseite. Die außenrotierten Oberarme ziehen sanft ins Schultergelenk zurück. Bei Schulterbeschwerden können die Hände an den Hüften gehalten werden (Achtung: Das ist auch eine gute Methode, um zu erfahren, ob die Hüfte auch wirklich gleichmäßig geöffnet ist.)

Aber wozu diese ganzen anatomischen Hinweise? Wir könnten uns doch auch einfach reinstellen und los… Die Antwort ist simpel. Für den Yoga-Krieger ist Gewaltlosigkeit („Ahimsa“) das oberste Prinzip. Wer mehr weiß, übt weniger Druck aus. Und so betrifft der Frieden auf der Yogamatte in erster Linie den Umgang mit dem eigenen Körper.


Bildunterschrift: Die vordere Kniescheibe ausgerichtet überm zweiten bis dritten Zeh. Das hintere Bein gut gestreckt. Vira II braucht u.a. Kraft, Hüftöffnung und einen geöffneten Brustkorb.