Anatomisch präzises Yoga mit Beate Willer und ihrem Team in Fürstenwalde an der Spree.

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Vorsicht: starke Gefühle!

Flamenco? Machst Du Witze? Vergeblich forsche ich nach Wolfgangs humorvoll  hochgezogener Augenbraue. Mein langjähriger Yogareisen-Kompagnon meint es tatsächlich  ernst. Andalusien ohne den Besuch einer traditionellen Tanzshow – ausgeschlossen. Und ehe ich mich versehe, sitzen wir in einem kleinen, in die Jahre gekommenen Kneipen-Festsaal in Albaicín, dem ältesten Viertel von Granada.

Der Sänger schluchzt virtuos Gitarren begleitet und dramatisch gestikulierend, während ich noch mit meinen Widerständen zu tun habe. Ich fühle mich fehl am Platz, so als wäre ich eingedrungen in eine sehr private, mir nicht nur sprachlich vollkommen fremde Welt. Wir sitzen dicht an der Bühne. Der Sänger gibt alles. Seine raue, orientalisch anmutende Klage treibt ihm die Schweissperlen auf die Stirn.

Dann stockt mir plötzlich der Atem. Die Tänzerin entert die Bühne, erhobener Kopf, Kerzen gerader Gang, die dunklen Augen tiefschwarz betont. Sie fegt durch den Saal, stapft in Atem raubendem Tempo, jedes Klatschen, jede Drehung knisternde Leidenschaft. Keine Chance zu entkommen. Wie fest getackert sitze ich jetzt auf dem unbequemen Holzstuhl, überwältigt von so viel Kraft und Energie. Eine leise Traurigkeit klingt durch. Selbst im folkloristischen Touristen-Ambiente  ist die Kraft des Flamenco noch fühlbar. So haben sich die Jahrhunderte lang unterdrückten andalusischen Roma Luft gemacht. Starke Gefühle, präsentiert in schwindelerregendem Rhythmus. Wir haben uns eingelassen und wurden mitgerissen von der Verzweiflung, der Wut und der Lebensfreude der Gitanos. Grossartig!