Anatomisch präzises Yoga mit Beate Willer und ihrem Team in Fürstenwalde an der Spree.

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Vor kurzem hatte ich ein kleines Telefon-Scharmützel* mit meinem hochgeschätzten Ex-Mann.
Wir grummelten, belehrten uns gegenseitig mit aufgesetzter Deutungs-Ho(h)lheit darüber, was der andere tun oder lassen sollte.
Und dann?
Musste ich plötzlich lachen. Er auch. Den Spiegel-Neuronen* sei dank!
Von jetzt auf gleich war der Druck aus dem Kessel.
Wir konnten beide unseren Groll LOSLASSEN.
Einfach so.
Aber was bedeutet es eigentlich loszulassen?
Und warum tun wir uns damit häufig so schwer?
„Wir sind wie Schnellkochtöpfe, die bereit sind, den Dampf abzulassen, wenn sich eine Gelegenheit bietet“,
sagt der Arzt und Bewusstseinsforscher David R. Hawkins.
„Unsere Ventile sind allzeit bereit, in die Luft zu gehen.“
Der Autor des großartigen Buches „Loslassen – der Pfad widerstandsloser Kapitulation“ kennt den Grund für unsere Anspannung:
„Wir tragen ein riesiges Reservoir angesammelter negativer Emotionen, Grundhaltungen und Glaubensüberzeugungen mit uns herum.“
Alles alter Krempel, auf uns gestülpt unter anderem durch Vater Staat, Erziehung und kulturellen Kontext.
Gedanken an sich wären eigentlich kein Problem, wenn wir sie im Sinne der BEDEUTUNGS-EGALITÄT betrachten könnten.
Tun wir aber nicht.
Hawkins erklärt:
„Es sind nicht die Gedanken oder irgendwelche Tatsachen, die schmerzhaft sind, sondern die EMOTIONEN, die mit ihnen einhergehen.“
Emotionen lösen heftige HORMONCOCKTAILS aus.
Bei negativen Emotionen fühlen wir uns extrem verletzlich. – Enge in der Magengegend, zugeschnürte Kehle oder das Gefühl, dicht am Wasser gebaut zu sein…
Ich persönlich reagiere beispielsweise hochgradig allergisch auf einen bornierten Oberlehrer-Ton.
Aber eines ist klar:
Ich bemerke ihn überhaupt nur, weil ich mich damit wirklich gut AUSKENNE.
Wir sind gewohnheitsmäßig an das vertraute Alte gebunden, egal wie UNNÜTZ es auch sein mag.
Also reagieren wir immer wieder auf dieselben TRIGGER.
Wir bemerken das in der Regel nicht – und versuchen dann auch noch die Verantwortung für unser Unwohlsein auf andere abzuwälzen.
Zum Beispiel durch PROJEKTION.
„Projektion ist der am häufigsten angewendete Mechanismus in der heutigen Welt“, so Hawkins.
„Er ist für alle Kriege, Konflikte und Unruhen verantwortlich.“
Der Experte beschreibt, was wir aktuell erleben:
„Um ein ,guter Bürger‘ zu sein, wird man sogar dazu ermutigt, den Feind zu hassen“, so Hawkins.
„Wir beziehen sogar unser eigenes Selbstwertgefühl auf Kosten anderer bis die Gesellschaft sich schließlich spaltet.“
Um kollektiv FRIEDEN zu stiften, gibt es in meiner Wahrnehmung nur eine Lösung:
Wir dürfen unseren inneren Groll AUFGEBEN.
Wie? Indem wir uns erlauben, jede Situation so zu AKZEPTIEREN wie sie gerade ist.
Wir können die Emotion zur Kenntnis nehmen, ihr erlauben, da zu sein und ruhig mit ihr verweilen.
(Bitte unbedingt bei der Emotion bleiben. Keine Extra-Runde im Gedanken-Karussell!!!)
Beim Hineinfühlen darf sich die Energie hinter dem Gefühl ZEIGEN und ENTLADEN.
Zunächst ist das verwirrend, weil unser Kopf uns souffliert, wir müssten sofort und unmittelbar um unsere Kontrolle kämpfen. Dabei ruft der Verstand einfach aus Gewohnheit vertraute, aber unsinnige Überlegungen ab.
Der Trick: Kopf aus. HINEINSPÜREN in das Gefühl.
Zugegeben: Das erfordert MUT. Und ein tiefes VERTRAUEN ins Leben.
Aber es lohnt sich:
Denn erst die komplette KAPITULATION stößt unsere innere Käfig-Tür auf.
Das wilde Tier Leben lässt sich nicht zähmen.
Deswegen lasst uns die unnützen Versuche ein für allemal aufgeben!
Konzentrieren wir uns darauf, authentisch, ungezähmt & seeehr gelassen zu leben!
❤❤❤
* Scharmützel: kleiner, bewaffneter Konflikt
*Spiegel-Neurone: Nervenzelle, die beim Betrachten eines Vorgangs die gleiche Reaktion auslöst wie bei der Handlung selbst.